Abschied vom Winter und den Frühling willkommen heißen: Ein Winterrückblick
Die Tagundnachtgleiche. Eine Zeit des Übergangs. Eine Zeit für Rituale, Reflexionen, eine Zeit um die neue Jahreszeit willkommen zu heißen und sich von der alten Jahreszeit zu verabschieden.
Die Tagundnachtgleiche liegt nun schon mehr als eine Woche zurück und damit auch der Frühlingsbeginn, Grund genug, mir Zeit zu nehmen, um mich vom Winter zu verabschieden und mir bewusst zu machen, was er alles für mich bereit hielt.
Dieser Winter war irgendwie besonders und hielt so viele Überraschungen, Wunder und Geschenke für mich bereit, dass ich ihn ein wenig vermissen werde.
Eigentlich war Winter noch nie so wirklich meine Jahreszeit. Vielleicht liegt es daran, dass ich jetzt auf dem Dorf wohne. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Buch über einen Winterpriester geschrieben habe, dessen Magie der Winter ist.
Woran es auch liegt, diesen Winter habe ich liebgewonnen. Es war wunderschön ruhig, magisch, verwunschen.
Dieser Winter zugleich sehr schnell vorbei und war zugleich so vollgepackt, dass er sich wie ein ganzes Jahr anfühlt. Vollgepackt mit viel Langsamkeit und Entschleunigung. Echtheit. Natur, Wald, Kunst. Mir selbst. Ich fühle mich geerdet wie schon lange nicht mehr, getragen, unterstützt von Waldmagie, dem Land, auf dem ich lebe, der langen Reihe an Ahnen, der ich entspringe, fühle mich verbunden mit all den nicht-menschlichen Geschwistern wie den Felsen, den Bäumen, den vielen Tieren, die mich in meinem Garten besuchen oder denen ich bei meinen Spaziergängen begegne.
Kein Wunder, dass sich diese Magie auch in meinem Schaffen niederschlug.
Mein nächster Roman bekam den letzten Schliff, die ersten Coverentwürfe entstanden, eine neue Tempelkarte und sogar einige Blogartikel!
Hier eine kleine Übersicht, was sich getan hat, bzw. wofür ich diesen Winter super dankbar bin.
Der Winterpriester: ein neuer Roman aus der Welt des Aschenburschen
Mein nächstes Buch, ein Nachfolger zu meinem letzten Buch Der Aschenbursche, in dem ich Nestors Geschichte erzähle, nahm langsam Gestalt an und erhielt den letzten Schliff. Wenn ich das so schreibe, klingt das irgendwie so harmlos. Tatsächlich habe ich einige Kapitel noch mal komplett neu geschrieben, weil mir einfiel, dass ich gewisse Dinge vergessen hatte. Dann musste ich wieder Dinge umschreiben, weil sich die Wegeführung auf der Karte geändert hatte, nachdem ich einige Gebäude noch mal herumgeschoben hatte. Und dann noch mehr Änderungen, nachdem noch das letzte Feedback von den Testlesern kam. Bis mir das Buch zu den Ohren rauskam. Okay. So schlimm war es glücklicherweise nicht. Eigentlich gefiel mir das meiste, was ich so las. Eine gute Voraussetzung für die Veröffentlichung.
Jetzt fehlen nur noch Cover, Buchsatz und Probedruck. Nur noch! Ha!
Mit dem Cover habe ich immerhin schon angefangen (unten in der Collage gibt es sogar einen klitzekleinen Sneakpeak drauf!). Es wird. Langsam. Ich bin halt eine Schnecke. Und das ist vielleicht sogar ganz gut.
Künstlerisches Schaffen: Charakterdesign, Landkarten und Wasserfarben
Der Winter war vor allem eine sehr kreative Zeit. Kälte und Schmuddelwetter sind die besten Voraussetzungen, um sich zu Hause einzuigeln und nicht viel anderes zu tun, als zu malen, zu zeichnen und zu träumen. Dabei hing ich endlos lang an der neuen Tempelkarte für den Winterpriester fest und habe mich gefragt, ob das Perfektionismus ist oder der Wunsch, einfach etwas wirklich gut zu machen. Schließlich kam ich zu dem Schluss, dass in einer Welt, in der die erste Devise „schnell, schnell, schnell“ und „Hau einfach raus“ ist, ich vielleicht gerade langsam machen sollte, mir wieder Zeit für Dinge nehmen, die einfach nur Spaß machen, und mich wirklich in etwas vertiefen sollte.
Ich möchte ein Leben, das echt ist, und Kunst – vor allem analoge Kunst wie Wasserfarben – ist wahrscheinlich das echteste, was ich tun kann. Nichts entschleunigt mich so sehr wie malen und zeichnen.
Und das habe ich im Winter auch getan. Ich habe Charaktere aus meinem nächsten Buch gezeichnet. Einfach, weil ich schon immer Charaktere zeichnen wollte, weil ich sehen wollte, ob ich das vielleicht doch irgendwie hinbekomme. Ich war ziemlich überrascht über das Ergebnis!
Die Früchte meines Winterschaffens präsentiere ich demnächst, aber hier erhaltet Ihr schon mal ein paar erste Eindrücke sowohl von der Landkarte, als auch von den anderen Dingen, mit denen ich so experimentiert habe.

Blog und Website
Hier hat sich auch einiges getan. Nicht nur sind hier gleich drei neue Blogartikel hinzugekommen: zwei mit Schreib- und Kreativtipps (hier und hier) und ein kreativer Jahresrückblick. Auch meine Über Mich-Seite hat einen neuen Anstrich bekommen. So ganz fertig ist die natürlich noch nicht, aber immerhin schon ein wenig mehr als vorher!
In der Lehre der Natur: Der Wald im Winter

Wie oben schon erwähnt, war der Winter bisher nie so ganz meine Jahreszeit. In der Stadt muss man sich vor tieffliegenden Schneebällen in Acht nehmen, alles ist grau in grau, matschig und bleh. Kein Wunder, dass ich den Winter am liebsten das Haus gar nicht mehr verließ.
Diesmal jedoch war alles anders.
Der Wald rief mich mit Macht. Und so setzte ich meinen Vorsatz, den ich im Herbst gefasst hatte, fort, (fast) jeden Tag in den Wald zu gehen. Man sollte meinen, dass im Winter nicht viel los ist im Wald. Alles kahl und grau? Weit gefehlt!
Wie immer beschenkte mich der Wald großzügig. Ich lernte die Namen meiner Großmutterbäume kennen, lernte, Harz zu sammeln und die verschiedenen Bäume nur anhand der Rinde zu unterscheiden. Ich wurde mit Schneeglöckchenzwiebeln beschenkt und mit magischen Augenblicken, winterlichen Landschaften, quietschgrünem Moos, geheimen Orten. Ich habe endlose Wege erkundet und bin geheimen Wildpfaden gefolgt.
Im Garten beschenkten mich zudem Vogelmiere und Ehrenpreis, und sogar der Bärlauch, den ich letztes Jahr schon totgeglaubt hatte, streckte wieder die Blättchen aus.
Vielleicht war das das Geheimnis für so viel Klarheit, so viel Produktivität, so viel Magie in meinem Leben. Ich weiß es nicht. Aber es war wahrscheinlich der beste Winter seit langer, langer Zeit.
Was mich inspiriert hat: Bücher, Kunst und kleine Wunder
Neben all dem Schaffen gab es natürlich auch Zeit für viel Ruhe, für Inspiration, fürs Lesen und Träumen.
Indigene Kulturen, Wald und Natur, das waren die Themen meiner Winterlektüre. Die Autoren und Autorinnen, die mich fasziniert haben, waren unter anderem Malidoma Somé, Sepp Holzer, Peter Wohlleben, Stefano Mancuso und Sharon Blackie.
Dann bin ich noch durch Zufall über @angrymikko auf YouTube gestolpert. Seine Kunstwerke sind absolut magisch und er gibt so viele hilfreiche Tipps, dass ich ganz hin und weg bin.
Ein kleines Wunder gab es auch. Vor vielen, vielen Jahren bin ich auf Pinterest über ein wunderschönes Gemälde einer weisen Frau in einem Birkenwäldchen gestolpert. Leider konnte ich nie herausfinden, wer es gemalt hatte. Bis ich zur Tagundnachtgleiche über ein Orakeldeck mit genau diesem Bild stolperte. Es fühlte sich an wie reine Magie. Die Künstlerin ist die Niederländerin Maartje van Dokkum und unter dem Namen Mary Feywood hat sie das Feywood Oracle herausgebracht (das Bild zeigt genau das Motiv, worüber ich vor Jahren gestolpert bin!). Alles ohne den Einsatz von KI und nachhaltig produziert. Leider gibt es das Orakel nur auf Englisch und Niederländisch, aber die Bilder sind so atemberaubend schön, dass es sich lohnt, selbst wenn man keine von beiden Sprachen spricht!

Den Frühling willkommen heißen: Rituale und Reflexionen
Mich hat dieser Winter total beschenkt. Keine Ahnung, wo die Magie herkam, aber ich bin zutiefst dankbar.
Und wie mit allen schönen Dingen geht auch der Winter vorbei. Und das ist auch gut so. Ich bedanke mich bei diesem außergewöhnlichen Winter und verabschiede mich bis in einem Jahr.
Nun heißt es, den Frühling willkommen zu heißen und das Erwachen der Natur zu feiern. Auch wenn ich gerade die Stille des Winters festhalten möchte, die Ruhe, die Dunkelheit, so ist es Zeit, loszulassen und Platz für Neues zu machen, sich auf den Rhythmus der Natur einzulassen.
Dieses Jahr fiel die Tagundnachtgleiche und der Frühlingsbeginn sogar mit einem Neumond zusammen.
Ein geradezu magischer Tag, der sich nur so anbietet, um zu reflektieren und zu träumen. Oder vielleicht wartest Du bis zum kommenden Vollmond?

In der Regel begehe ich die Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden mit kleinen Ritualen und Reflexionen und schreibe viel Tagebuch. Über die Jahre habe ich meine eigenen Fragen zurechtgelegt, die mir helfen, mich an alles Gute zu erinnern und mir zu überlegen, wo ich Veränderung brauche oder noch tiefere Verwurzelung.
„Der Frühling muss willkommen geheißen werden oder er wird niemals kommen“, schreibt der Autor von The Witch’s Child und „ein Volk, das den Frühling willkommen heißt, kennt keine Könige.“ (Meine eigenen Übersetzungen)
Zwei gute Gründe, um dem Frühling hallo zu sagen und alles feierlich anzugehen. Es muss nichts Großes sein. Vielleicht einfach nur ein Waldspaziergang, ein kurzer Gruß am Morgen, ein stilles Danke an den Winter oder ein kleiner Kreis aus Tannenzapfen.
Ich nutze die Zeit, um zu reflektieren und mir bewusst zu machen, wie mich der Winter beschenkt hat und was ich mir vom Frühling erhoffe.
Hier ein paar Fragen und Anregungen, wenn du auch mal kurz innehalten möchtest. Alle Fragen sind aus meinem eigenen saisonalen Journal.
Was hat dich der Winter gelehrt?
Womit hat er dich beschenkt?
Was würdest du gerne im Winter zurücklassen?
Wovon möchtest du mehr?
Wer warst du am Anfang des Winters, wer bist du jetzt?
Wer möchtest du gerne sein?
Was brauchst du, um diese Person zu sein?
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Wusstest Du, dass ich auch Fantasy-Romane schreibe? Schau gleich mal rein!