Hintergrund zeigt eine Fantasy-Landkarte, darüber der Text: Die Karten von Ostrist, Hintergründe, Entwürfe und mehr von Janine Hofeditz
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Die phantastischen Landkarten von Ostris

Ich liebe Fantasy-Landkarten! Ihr auch?

Ich bin immer total happy, wenn ich in einem Buch vorne eine finde. Und ja, ich gebe unumwunden zu, dass ich etliche Kartenbücher, alte Atlanten im Regal stehen habe!

Seit meinem ersten Fantasy-Roman vor vielen, vielen Jahren träumte ich von einer eigenen Karte für meine Bücher. Für Fengard gab es eine grobe Skizze und ich habe mir für jeden Band vorgenommen, die Skizze endlich ins Reine zu zeichnen, aber daraus wurde nichts. Anfragen an Kartographen wie Maxime Plasse, deren Karten ich total bewunderte, brachten leider auch keinen Erfolg.

Wie ihr inzwischen wisst, gebe ich selten auf, wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe.

Meine erste Fantasy-Landkarte: Vom ersten Entwurf zur fertigen Karte

Bleistiftskizze für eine Fantasy-Landkarte von J. B. Hofeditz
Der erste Entwurf der Landkarte …

Da gab es schließlich diesen Fantasy-Map Builder von Josh Stolarz @mapfeffects (externer Link). Der Map Builder war auch gar nicht teuer, aber ich bin dann doch ewig drumherum geschlichen, bis ich mich überwinden konnte, das Ding doch mal zu kaufen.

Tja, und wie das so ist: Wenn man sich einmal in Bewegung setzt, selbst wenn die Bewegung noch so klein ist, ändert sich ALLES.

Und so entstand dann meine allererste Fantasy-Landkarte für mein Cinderella-Retelling Der Aschenbursche.

Dass ich auf Papier erst mal losgelegt habe, war definitiv eine gute Idee. Das fiel mir deutlich leichter und vor allem hatte ich auf dem A3-Block viel Platz, um mich auszutoben. Dann alles eingescannt und digital nachgezeichnet.

Fantasy-Landkarte des Landes Ostris aus dem queeren Romantasy-Märchen Der Aschenbursche von JB Hofeditz
… und das fertige Ergebnis

Trotz Fantasy-Map Builder, der endlos viele Features mitbrachte, habe ich vieles am Ende doch selbst gezeichnet. Aber alles, was der Karte den richtigen Kartenlook geben, ist aus dem Map Builder wie z. B. die Ozeanlinien, die Rosette und die Banner etc.
Den Dschungel im Süden habe ich dann auch komplett selbst gezeichnet, weil die Bäume und Wälder, die mit dem Map Builder kamen, einfach nicht passten. Navigationslinien und Co. musste ich auch von Hand zeichnen, aber manchmal ist es einfach hilfreich, man hat mal einen Anfangspunkt und die Banner und Ozeanlinien und auch die Bäumchen-Pinsel waren schon wirklich enorm hilfreich.

Tja, und dann folgte mein nächster Fantasy-Roman Der Winterpriester, der sich hauptsächlich auf dem Gelände des Frühlingstempels abspielte. Und irgendwie hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, dass ich unbedingt eine Tempelkarte haben wollte.

Während der Challenge 19 Days of August (externer Link) von der wunderbaren Sarah letztes Jahr begann ich erst einmal mit einem groben Entwurf auf DinA-4, damit ich ungefähr wusste, wo meine Charaktere so herspazierten. Dann folgte flugs eine größere Karte.

Die blieb dann erst mal gaaanz lange liegen. Irgendwie fällt es mir leichter, einfach mal was auf Papier zu skizzieren. Aber digital? Blech. Obwohl das ja eigentlich sehr viel leichter ist, weil ich Gebäude einfach hin und her schieben kann, gemalte Bäume einfach kopieren und einfügen kann und nicht ständig alles radieren muss, bis ein Loch im Papier ist …

Skizze einer Tempelkarte für den Fantasy-Roman Der Winterpriester von J. B. Hofeditz
Der allererste Entwurf der Tempelkarte

Grundlagen fürs Kartenzeichnen: Wie entsteht ein Tempelgelände?

Das Problem war natürlich nicht einfach nur Prokrastination, sondern dass ich nicht genau wusste, wie so eine Karte wirklich funktioniert. Ich will ja schließlich nicht eine Landkarte zeichnen, bei der die Flüsse die Berge rauf fließen (wäre vielleicht auch cool in einer anderen Fantasy-Welt). Also die Karte mal einem Archäologen gezeigt. Der meinte nur: Welcher Teil des Tempels ist der ursprüngliche?
Hä?

Tausend Dinge muss man bei so einer Karte beachten:

  • Ställe sollten in der Nähe zu den Gebäuden liegen, wo sie gebraucht werden, aber nicht zu nah, weil’s stinken könnte 😂
  • Wo versteckt man das Armenhaus?
  • Wo liegen die Küchen?
  • Und wo liegen die Gärten und Viehgatter, die die Küchen beliefern?
  • Liegt das Hospital in der Nähe der Stadt oder ganz woanders?
  • Was ist mit einer Schule? Würde der Tempel die armen Kinder nicht auch in einer Schule direkt auf dem Tempelgeländer unterrichten?

Ihr merkt schon, diese Karte hat mich schier in den Wahnsinn getrieben. Jedes Mal, wenn ich eine Frage beantwortet hatte, taten sich gleich drei neue auf. Perfektionismus ist da auch nicht sonderlich hilfreich. Wer sich mit Karten auskennt, sollte besser nicht zu genau hinschauen.

Als Vorlage dienten mir diverse japanische Gärten, Grundrisse von Kathedralen und Klöstern und Tempelbergen. So viel Recherche für eine kleine popelige Karte! Eine nicht endende Quelle der Inspiration war außerdem das Buch Städte der Welt aus dem Taschenverlag. Geniale Städtekarten! Ich wünschte ich könnte so zeichnen, wie die alten Kartographen. Ich könnte stundenlang in diesem Buch blättern und die Karten bewundern.

Digitalisierung der Landkarte: Jetzt wird’s konkret

Während 19 Days of February ging’s dann weiter und ran an die digitale Karte. Diesmal habe ich wirklich fast alles selbst und von Hand gezeichnet. Jedes Gebäude, jeder Baum, die Brücken und Schafe, alles meins. Die Ränder und ein paar Steinstelen sowie der Hintergrund für die Legende und der Kompass sind aus dem Fantasy-Map Builder. Für die Wege habe ich auch einen Pinsel aus dem Map Builder verwendet. Ansonsten … ja. Echte Handarbeit. Und 100% ohne KI erstellt.

Digital war es dann auch wesentlich einfacher, das Armenhaus mal hierhin, mal dorthin zu verschieben. Natürlich musste ich dann im Nachhinein noch die Wegbeschreibungen im Buch anpassen, weil sich einige Wege und einige Positionen von Gebäuden geändert hatten. Noch mehr Arbeit. Aber auch diese Karte ist irgendwann fertig geworden! Hurra!

Ein ziemliches Wimmelbild, aber ich bin trotzdem mächtig stolz auf mein Werk. Nächster Schritt wäre dann das Ganze in Farbe … und vielleicht endlich mal eine Stadtkarte von Arden? Ja, die war zwar in Planung, aber irgendwie war es mir dann doch zu kompliziert, eine ganze Stadt zu zeichnen. Vielleicht während der neuen Runde von 19 Days …? Hm, eine neue Fantasy-Landkarte für Fengard wäre auch noch mal dran, gell? Vielleicht für meine geplante Blogreihe Zehn Jahre Fengard Chroniken?

Fantasy-Karte des Frühlingstempels von Janine Hofeditz

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